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Anhörungsbogen erhalten?

Wie Sie dieses Schreiben zu einer Ordnungswidrigkeit im Vorfeld eines Bußgeldverfahrens richtig ausfüllen und was es zu beachten gilt.
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Anhörungsbogen im Bußgeldverfahren

Welche Bedeutung hat ein Anhörungsbogen?

Hier das grundlegende Muster zur Anhoerung 24 Stunden online.

Das wichtigste zu erst. Wenn Sie einen Brief von behördlicher Stelle erhalten, bleiben Sie ruhig und lesen Sie genau und sorgfältig, was ihnen in dem Schriftstück zur Last gelegt wird und um welches amtliches Schreiben es überhaupt geht.

Hier können nämlich schon die ersten Fehler oder Verwechslungen passieren. So ist der Anhörungsbogen nicht zu verwechseln mit einem Zeugenfragebogen oder gar dem Bußgeldbescheid. Nur wenn in den obersten Zeilen des Briefes als Betreff oder Anlage der Begriff „Anhörungsbogen“ steht, handelt es sich um einen solchen und unsere Tipps auf dieser Seite wären entsprechend für Sie hilfreich.

Im Anhörungsbogen werden Sie als Person direkt angesprochen und mit einem Tatvorwurf belastet. Außer dem Tatbestand sind noch Ort und Zeitpunkt des Geschehens festgehalten, sowie Zeugen und das zu erwartende Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit benannt. Eventuell zusätzliche Beweise wie ein Blitzerfoto bei der Geschwindigkeitsüberschreitung oder dem Überfahren der roten Ampel können der Anhörung noch beiliegen. Mögliche Bußgelder werden hierbei in der Regel über die zutreffenden Paragrafen aus dem Bußgeldkatalog beschrieben. Des Weiteren wird Ihnen die Gelegenheit gegeben zusätzliche Angaben zum Vorgang zu machen.

Der Anhörungsbogen geht immer einem Bußgeldverfahren voraus. Dies hängt mit dem im Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) festgelegten Grundsatz zusammen, dass Verkehrssündern die Möglichkeit eingeräumt werden muss, sich zu einer Sache zu äußern.

Weil die Zustellung auf dem normalen Postweg erfolgt, gilt diese Schreiben auch als zugestellt, selbst wenn Sie es tatsächlich einmal nicht erhalten haben sollten. Dieser Sachverhalt ist aber unproblematisch, da es im Anhörungsbogen primär nur darum geht, ob die Daten zu ihrer Person korrekt sind. Nach dem Straßenverkehrsgesetzes (StVG) werden immer die Halter eines Fahrzeuges als Empfänger im schriftlichen Anhörungsbogen benannt, eine gesonderte Fahrerermittlung findet hier nicht statt.

Sind Sie allerdings nicht der Halter des Fahrzeuges und werden trotzdem im Anhörungsschreiben mit dem Tathergang in Verbindung gebracht, so ist die Fahrerermittlung im Hintergrund durch die Polizei ohne ihr Zutun durchgeführt worden.

Bei der Verjährung einer Ordnungswidrigkeit, welche 3 Monate nach dem Begehen des Verstoßes eintritt, unterbricht der Anhörungsbogen diesen Verjährungsfrist und lässt sie erneut beginnen.

Eine Anhörung kann aber auch direkt als abgeschlossen gelten, wenn Sie z.B. nach einer Radarerfassung herausgeholt werden und direkt an der Straßenseite zur Person, durch Vorzeigen des Führerscheins, befragt werden. In einem solchen Fall muss nicht zwingend von der Bußgeldstelle noch ein schriftlicher Anhörungsbogen zugestellt werden, hier wird in der Regel sofort ein Bußgeldbescheid erlassen.

Sollte also in dem an Sie gerichteten Schreiben der Begriff „Bußgeldbescheid“ an Stelle von „Anhörung im Bußgeldverfahren“ oder „Anhörung zur Ordnungswidrigkeit“ stehen, so ist alles was die Anhörung betrifft zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen.

Hinweis

Weil die Informationen auf dieser Seite rechtliche Themengebiete behandelt weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass diese allgemeiner Art sind und keine Rechtsberatung im Einzelfall darstellen. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen konsultieren Sie bitte unbedingt einen Rechtsanwalt.

Many Media2017-01-18T22:05:00